Haus und Ausstellung

Neueröffnung zum Schillerjahr 2009

Die Ausstellung zeigt etwa dreißig Originalstücke aus der Lebenszeit und Wirkungsgeschichte des Dichters. Leihgeber: Deutsches Literaturarchiv Marbach; Evangelische Kirchengemeinde Marbach; Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt; Andreas Bertele, Marbach.

Neues in Schillers Geburtshaus

Dank der Unterstützung der Berthold Leibinger Stiftung, der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg und der Volksbank Ludwigsburg haben wir eine neue Wechselvitrine bekommen, in der besondere Objekte gezeigt werden können.

Etwa ein Jahr lang zierte eine schwarze Schillerbüste die neue Wechselvitrine in der Küche von Schillers Geburtshaus Jetzt ist ein neues-altes Stück in dem Glaskasten ausgestellt: Es handelt sich um eine 18 Seiten umfassende Holzliste, eine Beilage der Hardtwald-Rechnung, in der aufgeführt ist, wer in dem betreffenden Jahr aus dem Hardtwald jeweils ein Holz-Los bekam.

Was diese nun mit Friedrich Schiller zu tun hat? Eine ganze Menge. Die Liste stammt aus dem Jahr 1759 – dem Geburtsjahr des großen Sohnes der Stadt. Erstellt wurde sie am Martini-Tag, also dem 11. November. Das ist einen Tag nach Schillers Geburt gewesen und damit just an seinem Tauftag.

Die Familie Schiller ist in dem historischen Dokument auch erwähnt, und zwar auf Seite zwölf, die aufgeschlagen in der Vitrine liegt. „Herr Lieutenant Schillers Frau“ steht dort. Dass Schillers Mutter erwähnt wird und nicht sein Vater, liegt daran, dass in der Niklastorstraße praktisch nur Elisabetha Dorothea Schiller mit den Kindern wohnte. „Der Vater war ja beim Militär“, erklärt der Marbacher Stadtarchivar Albrecht Gühring.

Im Stadtarchiv ist das Schriftstück ganz ursprünglich auch einmal gewesen. Bis es vor Jahrzehnten ans Deutsche Literaturarchiv (DLA) beziehungsweise an das Schiller-Nationalmuseum gegeben wurde. Dort hat es jetzt Michael Davidis wieder „ausgegraben“. Der frühere DLA-Mitarbeiter zeichnet gemeinsam mit Thomas Schmidt auch für die aktuelle Ausstellung in Schillers Geburtshaus verantwortlich und war deshalb auf der Suche nach einem neuen Stück für die Wechselvitrine. „Als ich darauf gestoßen bin, war ich elektrisiert“, sagt Davidis. Die 18-seitige Beilage machte in der Folge noch einmal Station im Stadtarchiv. Dort hat die Praktikantin Daniela Zimmermann den kompletten Inhalt peu à peu entziffert, „eine große Leistung“, wie es Michael Davidis ausdrückt.

Was dem Stadtarchivar Albrecht Gühring dann  noch ganz nebenbei aufgefallen ist, dürfte die eigentliche Sensation der Geschichte sein: Die Empfänger der Holzlose sind in der Reihenfolge der Häuser aufgelistet – in diesem Falle die Niklastorstraße von oben nach unten. Albrecht Gühring: „Das heißt, hier handelt es sich um den einzigen schriftlichen Beweis, dass die Familie Schiller wirklich hier in der Niklastorstraße 31 gewohnt hat.“ Diese Tatsache sei nämlich bislang nur auf Erzählungen von Zeitzeugen begründet.

Passend untergebracht ist das historische Schriftstück auf alle Fälle. Denn das Holz, um das es im Inhalt des Schreibens geht, ist vermutlich damals genau neben der heutigen Vitrine im steinernen Ofen von Schillers Geburtshaus gelandet – um die inzwischen zwei kleinen Kinder der Familie Schiller, Christophine und Friedrich, warm zu halten.

Schillerbrief


Liebe Schillerfreunde,

 

zunächst möchten wir uns ganz herzlich bei Ihnen für die Spenden zugunsten der Erhaltung der Ausstellung im Geburtshaus bedanken. Auch wenn wir die nötige Summe noch nicht ganz erreicht haben, können wir doch schon mit den Arbeiten beginnen und zum Beispiel die LED-Lampen ersetzen. Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Hilfe. Inzwischen haben wir auch unser Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2016 gedruckt. Sie können es in Marbach im Rathaus, im Stadtinfoladen und in einigen Geschäften finden.

Gerne schicken wir es Ihnen zu, wenn Sie uns unter 07144 - 17 567 anrufen oder uns Ihre Adresse über eMail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. mitteilen.

Wir feiern in diesem Jahr den 250. Geburtstag von Schillers Ehefrau Charlotte.

 

Sie war eine kluge und sehr belesene Frau, die zum Beispiel auch eigene Übersetzungen aus dem Französischen gemacht hat und über die Literatur ihrer Zeit stets sehr gut informiert war. Dabei hatte sie es als Ehefrau eines freien Schriftstellers und als Mutter von vier Kindern nicht immer ganz leicht.

 

Wir wollen in Vorträgen und Lesungen an sie erinnern, und an ihrem Geburtstag am 22. November zeigen wir dann in der Marbacher Stadthalle den Film "Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf, in dem er (mit aller künstlerischen Freiheit) die Liebesbeziehung zwischen Friedrich Schiller und den Schwestern Caroline und Charlotte von Lengefeld darstellt. Kommen Sie und feiern Sie mit uns. Und dann ist da ja noch der 400. Todestag des großen Shakespeare. Seiner wollen wir mit einem Freilicht-Theater mit Schülern des FSG in den Gassen der Marbacher Altstadt gedenken: "Alle Welt in die Nacht verliebt". Aber das nicht alles. Neben weiteren interessanten Vorträgen gibt es im Sommer auch wieder die beliebten Spaziergänge mit Reinhard Wolf in der Marbacher Gemarkung.  Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

Ein Brief Charlotte vonLengefelds an Friedrich Schiller

 

R. den 9. December 88 gegen 3 Uhr

 

Die Sonne scheint eben so schön auf meinen Schreibtisch, und ladet mich ein, Sie herzlich zu grüßen. Der blaue Himmel freut Sie wohl auch? Ich kann gar nicht satt werden, die Sonne zu sehen und die schönen Sterne gestern Abend! Von wie vielen kleinen Dingen hängt nicht unsere Stimmung ab! Die Welt war mir gar traurig und leer, als die dicken Dünste sie umgaben; und nun ist es, als wäre man stärker und freier; und alles ist freundlich! Ich hoffe, auch Sie werden den Einfluß des hellen Himmels empfinden, und ich wünsche es Ihnen, und freue mich deswegen noch mehr. – Ihr letzter Brief gab mir ein Gefühl, das mir nicht so recht wohl that. Ich denke Sie waren nicht so recht heiter, da Sie ihn schrieben, nicht wahr, l. Fr., und es war aus Sympathie, daß es mir auch so wurde. – Arbeiten Sie nur nicht allzuviel, daß es Ihrer Gesundheit nicht schadet; und gewöhnen Sie sich doch auch nicht zu sehr, die Gesellschaften entbehren zu können, wir möchten sonst auch künftigen Sommer darunter leiden, wenn Sie Ihre Einsamkeit zu lieb haben. Meine Mutter ist wieder nicht wohl und liegt zu Bette. Das böse Zahnweh will noch nicht weichen. – Für jetzt also Adieu! Ich mußte Ihnen nur ein Wort sagen jetzt; ich denke auf den Abend wieder zu kommen.

 

Foto: charlotte_von_lengefeld.pdf

 

Pressemitteilung vom 07.01.2016

Das Schillerhaus in Marbach ist Denkmal des Monats Januar 2016

 

Das Schillerhaus in Marbach wird zum Denkmal des Monats Januar 2016 ernannt. Mit der Auszeichnung zollt die Denkmalstiftung Baden-Württem- berg dem engagierten Marbacher Schillerverein Anerkennung für dessen Bemühungen, das alte Handwerkerhaus in der Marbacher Altstadt instand zu halten und es als Museum und Gedenkstätte an den deutschen Dichterfürsten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 





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Webcam

Werfen Sie einen Blick in Schillers Geburtszimmer.

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